Tagespflege und § 72a SGB VIII

Mit Entscheidung vom 23. April 2019, Az. 12 S 675/19, hat der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg entschieden, dass eventuell § 72a SGB VIII einer Tätigkeit in der Tagespflege auch dann entgegenstehen kann, wenn die jeweilige Straftat nach Ablauf der Tilgungsfrist aus dem Führungszeugnis gelöscht ist. Eine abschließende Klärung dieser Rechtsfrage behielt sich der VGH für das Hauptsacheverfahren vor. Unabhängig hiervon bestehe aufgrund pädophiler Neigungen der Tagespflegeperson ein für die zu betreuenden Kinder nicht verantwortbares Risiko. Der Tagespflegeperson fehle es daher an der Eignung i.S.d. § 43 Abs. 2 S. 1 SGB VIII. Ein "Restrisiko" sei in der Kinder- und Jugendhilfe nicht hinnehmbar. Der Verfasser hat in diesem Rechtsstreit den betroffenen Landkreis erfolgreich vertreten.